Integration, ernst genommen?

Für die Süddeutsche Zeitung ist dies keine Frage, sondern eine Tatsache.
Die Zeitung freut sich in ihren Wochenendeditionen (23.-25.03.12) darüber, dass die inzwischen fast überall installierten “Integrationsminister” den Innenministern die Themen “Ausländerrecht”, “Integrationskurse” und “Asylbewerber” streitig zu machen beginnen. Damit verknüpft ist der fromme Glaube des Autors “rpr”, dass das Integrationsthema bei den Integrationsministern besser angesiedelt sei, als bei den Innenministern, denen zuviele Bilder von Extremisten und Asylerschleichern im Kopf herum spuke.

Zu hinterfragen ist dabei folgendes. Es stellt sich die Frage, ob das Thema bei Ministerinnen mit “Migrationshintergrund” (Berlin, Niedersachsen und Baden-Würtemberg wären da zu nennen) wirklich besser aufgehoben ist. Da diese Ministerinnen selbst erfolgreich Integration hinter sich gebracht haben, könnte diese mangelnde Distanz zum Thema auch Nachteile bringen.

Bestes Beispiel hierfür sind die Integrationsministerinnen Önay und Kolat.
Die Stuttgarterin Önay wirbt für Erleichterungen beim Einbürgerungs-Sprachtest  und fördert die Doppelte Staatsangehörigkeit für Türken. Noch mehr Systemveränderung fordert die türkischstämmige Ehefrau des Vorsitzenden  der TGD (Türkische Gemeinde in Deutschland):
Die Berliner Intetegrationsministerin Kolat will die Integration  für Migranten gleich ganz abschaffen. Nicht mehr “Integration = Teil werden und sein”, sondern “Partizipation = Teil haben”, ist die neue Devise.Da lassen sich viel schönere Forderungen stellen. Ihrem Ehemann Kenan Kolat wird man wohl kaum Unrecht tun, wenn man diese “Teil habe” nicht nur individuell, sondern gleich “gruppenbezogen” also für die gesamte Gemeinde als Organisation sieht.

Das Thema ist zu wichtig, um die Deutungshoheit in diesen Fragen nur Migranten oder Deutschen mit Migrationshintergrund zu überlassen.

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