Kolat über Integration in Berlin

Die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) beantwortet die Fragen des Tagesspiegels und seiner Leser und spricht über ihre schwierige Jugend in Neukölln, Integrationsprobleme und Thilo Sarrazin.
(Quelle: Tagesspiegel v. 12.03.12)

Hierzu schreibt der Leser “jungle”:
D. Kolat hat für mich eine falsche Vorstellung von Integration, wenn sie diese lediglich an dem Grad der Partizipation der Migranten an Gesellschaft und Wirtschaftsleben messen will. Für mich ist das eindeutig zu wenig. Auch ihre folgende Aussage sehe ich sehr kritisch:
„Die Studie (des Innenministers) misst Integration daran, inwieweit sich jemand von seiner Herkunftskultur distanziert. Das ist der falsche Ansatz. Integration kann gelingen, auch wenn man sich nach wie vor in der Herkunftskultur zu Hause fühlt.“
Vor dem Hintergrund, dass die Herkunftskultur vieler Einwanderer mit den Werten und sogar der Rechtsordnung unserer Gesellschaft häufig in krassem Widerspruch stehen, muss von ihnen wesentlich mehr verlangt werden: insbesondere die Loyalität zu unserem Staat und die Anerkennung unseres Rechtswesens. Ich sehe daher auch keinen Grund, eine doppelte Staatsbürgerschaft oder ein kommunales Wahlrecht anzuerkennen bzw. einzuführen. Einwanderer oder Eingebürgerte haben das Recht, ihre Herkunft im Bewußtsein zu verankern und Kontakte zu pflegen. Aber schließlich hat jeder Mensch nur einen Lebensmittelpunkt. Genauso kann kein Mensch gegenüber zwei Staaten gleichzeitig Loyalität gewähren. An diesem Punkt setzt auch der türkische Ministerpräsident an, wenn er die kulturelle Bindung seiner ausgewanderten Landsleute an ihr Herkunftsland einfordert. Seiner Ansicht nach sollen Türkischstämmige stets nur eine wirkliche Heimat und wohl auch nur ein Staatsoberhaupt haben. In einem solchen Fall würde ein Wahlrecht für Migranten und eine doppelte Staatsbürgerschaft die Souveränität unseres Staates untergraben. Hier müssen wir uns fragen, ob wir dieses Spiel wirklich mitmachen wollen.

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