Nicht mehr, sondern weniger Staatsbürgerschaften

Staatsangehörigen-Recht international reformieren

Wie kaum eine zweite, ist die SPD vernarrt in die zweite Staatsbürgerschaft für Migranten. Da das innerhalb der EU möglich ist (Kritik siehe unten), betrifft es die sog. Drittstaatler. Für Deutschland relevant ist dabei die große Zahl der Türken.
Doch wäre eine millionenfach gewährte Doppelte Staatsangehörigkeit von Vorteil für Deutschland?

Beginnen wir mal mit einem Vergleich:

Ein Kölner zieht aus familiären oder beruflichen Gründen dauerhaft nach Hamburg. Was tut er, auch wenn er im Herzen noch ein wenig ein Kölner bleibt? Er meldet sich an seinem neuen Wohnsitz an und am alten Wohnsitz ab. Er hat damit die Kölner Bürgerrechte aufgegeben und die des Landes Hamburg erworben. Dort kann er aber dann auch politisch mitgestalten, ja vielleicht sogar Bürgermeister werden. Im Alter zieht es ihn aber doch wieder in seine alte Heimat. Er meldet sich in Hamburg ab und in Köln an und kann dort an alte Wurzeln anknüpfen. Er tut dieses selbstbestimmt und niemand macht ihm da ideologische Vorschriften. Nicht ganz so problemlos, aber ähnlich müsste das auch international zwischen Staaten gestaltbar werden.

Bei der Reform des internationalen Staatsangehörigkeitsrechtes müssten folgende Ziele angestrebt werden.

Nur eine Staatsangehörigkeit
Nationalistische Entkrampfung
Weniger Blut und Boden
Mehr Selbstbestimmung und Pragmatismus
Klare Regelungen ohne Klauseln und Hintertürchen

Nachdem der Auswandernde aus einem Nicht-EU-Land im Zielland angekommen ist, bekommt er eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Hier hat er sich konsequent um die Erfüllung der Aufnahmekriterien (Beruf, Sprache und Landeskunde zu kümmern) schafft er es nicht, so muß er zurück in sein Ausgangsland. (Keinem Land tut es auf Dauer gut, eine verfestigte Gruppe von Ausländern in größerer Zahl zu haben.)
Das Ausgangsland stellt keine Hemnisse auf, wenn die Staatsangehörigkeit wechselt. (Mit Afghanistan, Marokko, Tunesien und Iran sind entsprechende Verhandlungen zu führen.) Mit dem Wechsel erlöschen die Rechte und Pflichten der alten Staatsangehörigkeit. Er wird in seinem Herkunftsland zum Ausländer, kann sich aber mental voll auf sein neues Land einstellen, was eine wichtige Voraussetzung für eine wahre Integration ist.
Diese Entscheidung ist jedoch reversibel. Bringen Beruf, Familie oder ein Erbe ihn seiner alten Heimat wieder nahe, so gibt er die neue Staatsangehörigkeit wieder auf und nimmt seine alte Staatsangehörigkeit wieder an, die ihm auch ohne Hindernisse wieder gewährt wird. So gibt es klare Verhältnisse im Kopf des Wanderers zwischen zwei Staaten und alle wissen, wo sie dran sind. Das Recht der Familienangehörigen ist dabei anzupassen. Die Familie selbst entscheidet, welche Staatsangehörigkeit die Angehörigen haben, nach einer Übergangszeit ist aber eine Anpassung oder Trennung der Familienmitglieder erforderlich, um zu vermeiden, dass dauerhaft im Zielland Mitglieder ohne entsprechende Staatsangehörigkeit leben.

In dieser alle Staaten betreffenden Frage sollte die UNO ins Spiel gebracht werden. Es wäre aber auch möglich, dass hilfsweise die EU mit möglichst vielen Staaten entsprechende Abkommen schließt.
Ein besonderes Problem entsteht in Deutschland durch die große Zahl hier lebender  Türken. Da der türkische Nationalismus in dieser Einwanderergruppe groß ist, und der türkische Staat alles tut, damit aus Türken mental keine Deutschen werden, besteht die Gefahr eines in die Millionen gehenden zweiten deutschen Staatsvolkes türkischer Sprache und Mentalität. Auch müssen die ungünstigen  Aspekte der sog. Transmigration dringend berücksichtigt werden. Daher: Beibehaltung des Optionsmodelles für hier lebende Türken.

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